Deutschland hat ein schwerwiegendes Problem: das Übergewicht. Der zweiten nationalen Verzehrstudie des Bundesforschungsinstituts für Ernährung und Lebensmittel zufolge waren im Jahr 2008 etwa 70 Prozent der Männer und 50 Prozent der Frauen von Übergewicht betroffen, jeder fünfte Deutsche litt sogar an Fettsucht (BMI ab 30). Auch im internationalen Vergleich legen wir schwere Zahlen vor: In einer Langzeitstudie zu Fettleibigkeit, Bluthochdruck und Cholesterin-Werten - veröffentlicht in der Fachzeitschrift "Lancet" – landen dicke deutsche Männer auf Platz zehn und dicke Frauen auf Platz 17.
Dabei wäre das Problem leicht einzudämmen, wenn der innere Schweinehund nicht wäre, der uns den Sport vermiest. Er ist das größte Hindernis zwischen uns und unserem gesunden Traumkörper. Doch dabei ist er gar nicht so schwer zu umgehen - man muss nur wissen, wie!
Was habe ich wirklich davon?
Ästhetik hin oder her - Übergewicht schadet der Gesundheit und schon allein deshalb sollte dagegen angegangen werden. Sport wirkt nicht nur überflüssigen Pfunden und damit Problemen wie Verengung der Herzkranzgefäße, Osteoporose und Diabetes entgegen, sondern steigert auch unser tägliches Wohlbefinden: Die Verdauung kommt in Schwung, unser Immunsystem wird stärker und die Ausdauer steigt. Sport ist jedoch auch das perfekte Mittel, um Stress ab- und unser Selbstvertrauen aufzubauen. Kurzum: Er ist ein einfaches, preiswertes (man muss ja nicht gleich in eine teure Muckibude gehen) und schnelles Allheilmittel.
Die Crux: die Motivation
Viele kennen das: Anfangs ist man hoch motiviert, doch schon bald scheint der Drang zur Veränderung so schnell verschwunden zu sein, wie er gekommen ist. Doch Motivation ist nicht gleich Motivation. Bauen wir hauptsächlich auf eine extrinsische Motivation, wie zum Beispiel Anerkennung, Geld oder dem Entgehen einer Strafe, dann ist langfristig der Misserfolg bereits vorprogrammiert. Anders verhält es sich, wenn wir intrinsisch motiviert sind, also eine Tätigkeit einfach um ihrer selbst Willen ausüben. Aber wie bringen wir uns dazu, freiwillig den trägen Körper zu erheben?
Hauptsache Spaß - und ein paar Ziele!
Regel Nummer eins: Nur machen, was einem auch wirklich Spaß macht! Dabei ehrlich sein ist ein Muss, denn wer sich von Anfang an zu etwas überreden muss, kann das Vorhaben gleich begraben. Alles, was einen in Bewegung bringt, ist gut. Die Aktivität sollte gut in die tägliche oder wöchentliche Routine eingebaut werden, so dass Zeitmangel nicht zur Ausrede wird und man sich sprichwörtlich an den Sport gewöhnt. Ist man gern unter Leuten, kann man einem Sportclub beitreten oder sich einen Partner zum Tennisspielen oder Golfen organisieren. Ist man ein Naturliebhaber, ist regelmäßiges Wandern oder Klettern eine Alternative, bei Musik-Freaks eignen sich Tanz- und Aerobic-Kurse.
Auch wenn der Sport langsam zur regelmäßigen Routine wird, sollte man sich Ziele setzen - natürlich nur realistische. Auf dem Weg zum weit entfernten Traumkörper helfen Etappenziele, die Motivation nicht zu verlieren.
Den Überblick behalten
Feedback ist wichtig - und wenn es nicht von außerhalb kommt, dann eben von einem selbst. Vorher-Nachher-Fotos zeigen die Fortschritte, eine Art Logbuch hilft beim Auswerten der Ergebnisse: Wie viel wurde in der Woche trainiert? Hat man essenstechnisch so richtig über die Stränge geschlagen? So wird schnell deutlich: Wer viel und regelmäßig Sport treibt, sieht auch gewünschte Ergebnisse schneller.
Die Routine macht’s
Je länger die sportliche Aktivität durchgeführt und je besser sie in den Alltag integriert wird, umso schneller wird sie zur Routine. Das mag anfangs eine gewisse Planung benötigen, zahlt sich jedoch aus - die Motivation geht nicht so schnell vor die Hunde. Noch einfacher geht es, wenn soziale Aspekte mit eingebaut werden: Ein regelmäßiges Treffen mit Freunden zum Joggen, Schwimmen, Tennis- oder Fußballspielen sorgt dafür, dass der Fokus nicht nur auf der Bewegung liegt, sondern der Sport vor allem Freude bringt. Also: nicht quälen, sondern einfach loslegen und Spaß haben!
Quellen:
Max-Rubner-Institut (Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel)
The Lancet, Volume 377, Issue 9765, Pages 557 - 567, 12 February 2011
www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(10)62037-5/abstract
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