Ein Autorennen ohne kantternde Auspuffe. Das hat es noch nie gegeben. Die erste Elektro-Straßenrallye der Welt, die "e-miglia 2010", wirft ihre Schatten voraus. Vom 3.-6. August fahren die umweltbewussten e-cars von München bis nach Rovereto in Norditalien. Mit diesem Wettbewerb wollen die Veranstalter zeigen, wie leistungsfähig elektrische Mobilität ist. Teilnehmen kann jeder mit einem gültigen Führerschein und einem elektrisch betriebenen Fahrzeug mit zwei, drei oder vier Rädern.
€ 1.500 beträgt die Startgebühr pro Teilnehmer, und dem Gesamtsieger locken € 10.000 Prämie.
Rallyeexperte Richard Schalber ist die Strecke schon mit den e-cars abgefahren. "Ich hatte das Glück, gleich drei verschiedene Modelle auszuprobieren. Und ich war überrascht. Zwar gibt es bei dem einen oder anderen noch Schwachstellen zu verbessern, doch die leisen Flitzer machen wirklich Spaß und können was."
In einigen Bereichen wurde von der ursprünglichen Routenplanung abgewichen. Die wichtigsten Änderungen der Route: Die Tagesetappe besteht nur noch aus 170 km und nicht mehr 200 km. Die erste mobile Ladestation steht bereits täglich nach 80 km am Checkpoint zum Nachladen zur Verfügung.
Alle Details der Route will Schalber nicht preisgeben: "Das nimmt doch die Spannung".
Die Eckdaten sind wie folgt: Gestartet wird am 3. August in München mit Richtung Starnberg und Füssen, dem ersten Etappenziel nach 120 km. Große Steigungen sind hier nicht zu befürchten. Aber es wird eine 4 km lange Sonderprüfung für Gleichmäßigkeit geben. Der zweite Tag geht mit ebenfalls 120 km Gesamtlänge über den Fernpass nach Innsbruck/Österreich. Es wird deutlich bergiger und geht bis 1300 Meter hinauf. Die richtige Berg- und Talfahrt fängt am 5. August erst hinter Innsbruck an, wenn sich der Rallyetrupp in Richtung Italien nach Bozen bewegt. Der höchste Punkt der "e-miglia" ist der Jaufenpass mit 2094 m. Auf ca. 250 m über Meereshöhe geht es hinunter nach Bozen in den Safety-Park, dem Austragungsort der Tagesprüfung.
Am Finaltag müssen Mensch und Maschine alles geben. Denn 170 km und reichlich Höhenmeter stehen am 6. August auf dem Programm. Mindestens zweimal geht es von 200 auf 1300 m - unter anderem auf den Mendelpass. Das Ziel Rovereto ist nach insgesamt 560 km erreicht.
Umwelt- und Klimaschutz sowie erneuerbare Energien sind in der nördlichsten Region Italiens schon lang zentrales Thema. An der Brennerachse gilt es seit langem, den sensiblen Alpenraum und nicht zuletzt die Dolomiten als Weltkulturerbe zu erhalten. Eine nachhaltige, geräuscharme und CO2-freie Mobilität nimmt hier einen besonders hohen Stellenwert ein.
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