Die Integration von Handschellen in heimischen Schlafzimmern ist anscheinend weiter verbreitet als angenommen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter 5.000 Internet-Nutzern der Online-Community Joyclub.de. Diese zeigt, dass gut drei Viertel das Fesseln wenigstens einmalig in ihr Liebesspiel eingebunden haben. Handschellen sind dabei das beliebteste Utensil.
Faktor Erregung
Den Partner oder sich selbst durch Fesseln zu unterwerfen ist für die meisten eine sehr erregende Vorstellung. 73 Prozent haben es bereits ausprobiert und 60 Prozent nutzen nach eigener Aussauge diese Form der Erotik "ab und zu", um ihr Liebesspiel anzuheizen. Während Ältere beim Fesseln verstärkt auf ein Seil setzen, nutzen Jüngere am liebsten Handschellen: Über 70 Prozent wählen sie für den Sex.
Historische Rollenverteilung
44 Prozent der befragten Männer finden es erotisch, ihre Partnerin kontrollieren zu können. Im Gegenzug gaben 55 Prozent der Frauen an, dass für sie die Machtlosigkeit das Erregende beim Fesselspiel sei. Es scheint, als wäre die historische Rollenverteilung in Schlafzimmern vielerorts immer noch die Idealvorstellung.
Hier mehr, dort weniger
Gibt es regionale Fessel-Hochburgen? Im bundesweiten Vergleich der Länder gaben Befragte aus Brandenburg und Niedersachsen mit 77 Prozent am häufigsten an, Bondage (engl. für Fesseln) bereits ausprobiert zu haben. Mit dieser Quote liegen die beiden Länder über dem Bundesdurchschnitt. Mit immerhin 74 Prozent liegt auch das als konservativ verschriene Bayern weit vorn. Das Schlusslicht bildet Sachsen-Anhalt, dort haben nur 63 Prozent der Befragten bisher schon einmal gefesselt.
Fessel-Hauptstadt Berlin
Die Studie gibt ebenfalls darüber Aufschluss, wo die Fesselpraktik am konstantesten in das (tägliche) Liebesspiel eingebunden wird. Hier liegt die Hauptstadt klar vorn. In Berlin geben 65 Prozent an, damit "ab und zu" die Stimmung anzuheizen. Viel reservierter geht es hingegen im Saarland zu: Nur 43 Prozent der Bewohner gaben an, Handschellen oder andere Fesseln "ab und zu" in ihr Liebesspiel einzubeziehen.
Amateurhafter Anreiz
Während die Handschellen und Seile im Bett mehr oder weniger Anwendung finden, besteht kein Interesse an anderweitiger Auseinandersetzung mit Bondage. Weder am professionellen noch am kunstvollen Fesseln sind die Befragten interessiert. Fast 60 Prozent beantworteten die Frage, ob sie gerne an einem Bondage-Workshop teilnehmen würden mit "Nein, danke", was darauf schließen lässt, dass das Fixieren während des Liebesaktes vor allem einen erotischen und weniger einen künstlerischen Charakter besitzt.
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