Am Motorrad ist etwas defekt und muss in die Werkstatt. Jeder Biker geht da von einwandfreiem und korrektem Arbeiten der Werkstatt aus. Aber weit gefehlt.
Der ADAC hat gemeinsam mit der Zeitschrift "Motorrad" in einer großen Inspektion 32 Motorrad-Werkstätten getestet. Dabei kam heraus, dass 23 der getesteten Werkstätten (Harley-Davidson, Honda, Triumph, Kawasaki, Suzuki, Yamaha, BMW, Ducati) nicht alle der fünf im Test befindlichen, präparierten Fehler gefunden haben. Der beste Betrieb der Stichprobe ist die Motorrad-Werkstatt SBF Triumph Bikes & Parts in Filderstadt. Diese Werkstatt bekam die volle Punktzahl, was Technik und Service angehen (100 Punkte). Das BMW Motorrad Zentrum Stuttgart und die Honda-Werkstatt Fritz Wenger aus Münster/ Lech teilen sich den zweiten Platz mit 96 Punkten, gefolgt von der Kawasaki-Werkstatt Schlickel Motorrad aus Oldenburg (93 Punkte). Das Schlusslicht der Untersuchung stellt eine auf Yamaha spezialisierte Werkstatt bei München dar. Sie hat nur einen Fehler gefunden, obwohl die übrigen Mängel im Wartungsplan als abgearbeitet bezeichnet wurden.
Den Kunden haben nur neun Werkstätten eine schriftliche Auftragsbestätigung ausgehändigt, und nur 18 Betriebe gaben den abgearbeiteten Wartungsplan ihren Kunden mit. Im Vergleich zu den Werkstatttests für Autos enttäuscht das Gesamtergebnis. Hier war das Ergebnis genau umgekehrt. Korrekt gearbeitet hatten knapp drei Viertel der Pkw-Betriebe (73 Prozent). Das ist erstaunlich, da die Zweiradmechaniker bei der Inspektion auch nach einer festgelegten Wartungsliste vorgehen. Wäre diese korrekt abgearbeitet und nicht nur abgehakt worden, wären alle präparierten Fehler gefunden worden. Folgende Fehler wurden versteckt: Zu großes Spiel am Gasgriff, defekte Glühlampe für Standlicht oder Kennzeichenbeleuchtung, lose Kupplungsgriffverschraubung, der Reifenfülldruck am Hinterreifen war reduziert und der Bremsflüssigkeits- stand hinten wurde auf "Minimum" abgesenkt.
Das Service-Heft sollte beim Inspektionsauftrag immer dabei sein, um alles richtig zu machen, rät der ADAC. Direkt am Motorrad sollte außerdem die Auftragsannahme für die Inspektion erfolgen. Der Kunde sollte eine schriftliche Auftragsbestätigung verlangen und nach der erfolgten Inspektion den abgearbeiteten Wartungsplan anfordern. Bei Unklarheiten können sich Motorradfahrer die Rechnung genau erklären lassen. Das Verständnis erschweren unverständliche oder englische Kürzel. Eine schnelle Erledigung der Arbeiten kann erwarten, wer einen Inspektionstermin außerhalb der Saison vereinbart. Keine Seltenheit sind drei Wochen Wartezeit ab April.
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