Vertragswerkstätten haben beim ADAC Werkstatttest 2010 besser angeschnitten als freie Werkstätten oder Betriebe von Werkstattketten. Dabei fanden die Vertragsbetriebe bei der Fahrzeugwartung im Schnitt nicht nur mehr Fehler, sie sind ihren Kollegen auch im Bereich Service überlegen. Dies ist das Ergebnis des diesjährigen ADAC-Werkstatttests, bei dem der Automobilclub zusammen mit der Stiftung Warentest 75 Reparaturbetriebe unter die Lupe genommen hat. Getestet wurden jeweils 5 Vertragswerkstätten der Marken Mercedes, Opel, Renault, Toyota und VW sowie 25 Filialen von Auto-Teile-Unger, kurz A.T.U, und 25 freie Werkstätten, die sich unter der Bezeichnung "Meisterhaft" firmieren.
Bei den Inspektionen wurden teilweise selbst eklatante Mängel nicht aufgedeckt. So wurden beispielsweise völlig verstellte Scheinwerfer nicht gerichtet und fehlendes Kühlmittel, das zu einem Motorschaden führen kann, nicht aufgefüllt. Einwandfrei das Ergebnis der Mercedes Vertragswerkstätten: Alle fünf Betriebe erhielten ein "sehr gut", ein Betrieb sogar mit der bestmöglichen Punktzahl. Aber auch in den Werkstätten von Opel, Renault und VW (je viermal "sehr gut") gab es kaum etwas zu bemängeln. Untersucht und bewertet wurde nicht nur, ob alle fünf eingebauten Fehler gefunden wurden, sondern auch der gesamte Ablauf des Auftrags von der Terminvereinbarung bis zur Fahrzeugabholung.
Bei den 25 getesteten A.T.U-Betrieben fiel das Ergebnis deutlich schlechter aus als bei den Vertragswerkstätten. Nur bei rund einem Drittel der Aufträge deckten die A.T.U-Mechaniker alle Mängel auf, bei "Meisterhaft" gelang dies sogar noch seltener. Auch beim Kundenservice konnten die Ketten- und freien Werkstätten ihren Vertragskollegen nicht das Wasser reichen. Das Urteil: Die Kundenbehandlung erfolgt dort weniger professionell als in den Vertragswerkstätten.
Zwei der 25 A.T.U-Betriebe schnitten mit "mangelhaft" ab, von den 25 "Meisterhaft"-Werkstätten wurden insgesamt sieben derart negativ bewertet. Nur zwei Meisterhaft-Betriebe verdienten sich ein "sehr gut" und trugen damit ihren Namen zu Recht. Weil so manches Mal die Direktannahme des Auftrags mit dem Besitzer am Fahrzeug und eine verständliche Rechnung fehlten, schnitt auch "Meisterhaft" in punkto Kundenservice schlechter ab als die Konkurrenz. Auch eine Auflistung der erledigten Arbeiten wurde dem Kunden nicht immer ausgehändigt.
Als Resümee des Tests rät der ADAC Autobesitzern, auf eine Auftragsannahme am Fahrzeug sowie eine Auftragsdurchschrift zu bestehen. Darin sollte auch der Vermerk "Wartung nach Herstellervorschrift" zu finden sein. Denn mit diesem Service werben die Anbieter.
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