Auch nach seinem Tod bleibt Apple-Gründer Steve Jobs ein Trendsetter. Doch der aktuelle Hype hat nichts mit Computern oder Smartphones zu tun - der iGod wurde posthum zur Fashion-Ikone: Alle wollen seinen schwarzen Rolli.
Unverkennbar war sein schlichter Stil. Sein Markenzeichen: der schwarze Rollkragenpullover. Und der ist jetzt so gefragt wie nie. Wie das Handelsblatt berichtete, sind seine Modelle bei einigen Firmen bereits ausverkauft.
So bescherte das konservative Kleidungsstück der Marke "St. Croix" Rekordumsätze - der Rollkragenpullover vom Typ "1990" ist immer wieder mal vergriffen. Dabei kostet das unauffällige Teil umgerechnet 127 Euro und ist damit alles andere als ein Schnäppchen. Immerhin gehen 20 Dollar der Einnahmen direkt an die Krebsforschung.
Es ist ein Berliner
Doch auch ein deutsches Unternehmen kann vom Hype um Steve Jobs Vorliebe für schwarze Rollkragenpullover profitieren: Der Apple-Visionär trug bei seinem letzten öffentlichen Auftritt eine Version des Berliner Labels Von Rosen. Doch trotz des temporären Absatzplus stellt das Label Ende dieses Jahres den Betrieb ein.
Die Luxusversion des beliebten Pullis ist bei Von Rosen aus Kaschmir und kostet online satte 420 Euro. Dafür bekommt man fast schon ein iPad. Dass Jobs das gute Stück überhaupt in den Händen hielt, grenzt fast an ein Wunder.
"Im Frühjahr 2010 haben wir einen Pullover nach Cupertino geschickt. Wir sind alle große Apple-Fans hier und fanden, dass unsere Designphilosophie und die von Apple gut zusammenpassen. Wir haben aber fest damit gerechnet, dass unser Paket vorher abgefangen wird und spätestens an der Sekretärin scheitert“, so Unternehmensgründer David von Rosen im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Doch Steve Jobs schien offensichtlich begeistert gewesen zu sein - bei der Vorstellung der iCloud im Juni in San Francisco trug er das teure schwarze Stück. Es war sein letzter öffentlicher Auftritt.
Trotz der internationalen Nachfrage nach dem Rolli muss Von Rosen schließen. Eine Klage des Labels Anson, die die Marke Paul Rosen vertreibt, zwingt das kleine Berliner Label in die Knie - und alles nur aus Angst vor Verwechslung. Auch die Steve-Jobs-Fans werden enttäuscht sein und müssen sich mit schwarzen Rollkragenpullovern anderer Firmen begnügen.
Ein Trend wird geboren
Warum der Apple-Gründer eigentlich immer schwarze Rollis anhatte? In einem Auszug aus der ersten autorisierten Steve-Jobs-Biografie von Walter Isaacson beim News-Blog "Gawker" wird das Geheimnis gelüftet: Der Visionär begeisterte sich in den 80er Jahren während eines Besuchs der Firma Sony in Japan so sehr für die dortigen Arbeitsuniformen, dass er seine eigene einführen wollte. Bei Sony verkörperte die Kleidung die Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen. "Ich beschloss, dass ich diese Art von Bindung für Apple wollte", wird Jobs in der Biografie zitiert.
"Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers" wird am 27. Oktober beim Verlag Simon & Schuster in Deutschland erhältlich sein.
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